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Rhododendron calendulaceum

R. calendulaceum (NC; Mitchell Co.; Roan Mountain).

R. calendulaceum hat ein weites Verbreitungsgebiet quer durch die Appalachen und ihre Vorbergzonen vom Süden Pennsylvanias und Ohios über West Virginia, Virginia, Kentucky, North und South Carolina, Tennessee bis nach Georgia. Man findet die Art an exponierten Standorten in voller Sonne auf Berggipfeln und auch in lichten Laubwäldern sowohl im Bergland wie auch in recht tiefen Lagen. Die Blütezeit beginnt im Tiefland im Süden bereits Ende April und erreicht dann bis Ende Juni oder sogar Juli die höchsten Berge b.z.w. nördlichsten Gebiete.

Ob R. calendulaceum nun die schönste oder nur eine der schönsten Pentanthera ist, möge jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist, dass die im Verhältnis zu anderen amerikanischen Azaleen relativ großen bis zum Teil sogar sehr großen Blüten ([2-] 3-5 [-7,5]cm im Durchmesser) jeden verzaubern, der sie sieht. Von ihnen geht eine ungeheure Leuchtkraft aus, die Ihresgleichen sucht. Ihre Farben reichen vom reinsten Zitronengelb über Creme- und Goldgelb und alle denkbaren Orangeschattierungen und Lachs bis zum kräftigsten Rot. Oft finden sich unterschiedliche Farbnuancen in ein und derselben Blüte. Außerdem haben die obersten Blütenblätter meist einen sehr großen, gelben Fleck, der bei älteren Blüten oder allgemein dunkler gefärbten oft übertönt wird. Häufig öffnen sie sich in einem eher helleren, gelben Farbton, um dann im Laufe von Tagen bis hin zu Orange oder Rot nachzudunkeln, so dass oft verschiedenfarbige Blüten an einer Pflanze zu finden sind. Die volle Sonne bis lichten Schatten liebende Art ist nicht nur ein zauberhafter Schmuck ganzer Berglandschaften in ihrer Heimat, sondern ziert auch jeden Garten. Im Gegensatz zu den vielen mit R. molle, R. occidentale und R. luteum entstandenen Kulturhybriden, deren Blüten denen von R. calendulaceum recht ähnlich sind, bleibt es jedoch mehltaufrei und präsentiert sein Laub deshalb im Herbst stets in schönen Gelb-, Orange- und Rottönen. Allerdings duften seine Blüten nicht. Von R. calendulaceum gibt es auch Naturhybriden mit R. canescens, zum Beispiel am Hurricane Creek im Norden Georgias, obwohl beide Arten unterschiedlicher Ploidie sind – R. calendulaceum ist tetra- und R. canescens diploid.

Am schwierigsten zu unterscheiden ist R. calendulaceum von R. cumberlandense. Letzteres ist zwar im Gegensaz zu erstem nur diploid, doch kann man das ja mit bloßem Auge nicht erkennen. R. calendulaceum hat Blütenstiele und Sepalen mit vielen meist kräftigen Drüsenhaaren, während diese bei R. cumberlandense meist drüsenlos sind oder nur wenige oder schwächer entwickelte Drüsenhaare aufweisen. Allerdings haben die Blütenröhren beider stets Drüsenhaare. Grundsätzlich sind die Blüten von R. calendulaceum eher etwas größer und blühen etwas früher, wenn die Blätter noch nicht ganz entwickelt sind. Das Farbspektrum ist mehr auf der gelborangen als auf der rotorangen Seite, die winterlichen Blütenknospen sind größer und insgesamt sind die Pflanzen wüchsiger als R. cumberlandense.

R. calendulaceum wurde bereits 1803 von Michaux als Azalea calendulacea beschrieben. 1824 folge durch Torrey die Überstellung in die Gattung Rhododendron. Der Name bezieht sich auf die Blütenfarbe, die an Ringelblumen (lat. calendula) erinnert. Der in den USA gebräuchliche Trivialname ist Flame Azalea, obwohl diese Bezeichnung etwas verwirrend ist, da es ja auch noch das ähnliche R. flammeum gibt, was aber Oconee Azalea genannt wird.

R. calendulaceum (HC163; GA; Lumpkin Co.; Hurricane Creek).

Beschreibung:

Literatur:

Bauer, R. (2016): Rhododendron in den Appalachen – Teil 1: Roan Mountain und Blue Ridge Parkway. – Rhododendron und Immergrüne 21: 26-39

Bauer, R. (2017): Rhododendron in den Appalachen – Teil 2: Wine Spring Bald und Hooper Bald. – Rhododendron und Immergrüne 22: 50-63

Bauer, R. (2020): Naturhybriden am Hurricane Creek im Norden Georgias (USA). – Rhododendron und Immergrüne Band 28: 48-61

Hyatt, D. (2016): Preserving Rare Forms of R. calendulaceum on Hooper Bald. – Rhododendron Species 11: 121–127

Hyatt, D. W. & McLellan G. K. (2006): Rhododendron calendulaceum: Variations in the Wild. – Rhododendron Species (1): 43-50

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