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Rhododendron cumberlandense

R. cumberlandense (GA; Union Co.; Blood Mountain).

R. cumberlandense ist von einigen Counties im westlichen Virginia über den Black Mountain und den Cumberland Mountain (östliches Kentucky) und das Cumberland Plateau (von Kentucky über Tennessee bis ins Jackson County im Norden Alabamas) verbreitet. Etwas weiter südlich gibt es in Alabama noch wenige Fundorte in den Cleburne, Clay und Randolph Counties. Der südlichste sehr isolierte Standort dürfte aber Flag Mountain im Coosa County sein. Desweiteren ist die Art im Norden Georgias zu finden und außerdem in einigen Counties im äußersten Osten von Tennessee, hier an mindestens einer Stelle auch über die Grenze nach North Carolina hinein ragend (Swain County, Gregory Bald). Man kann die Art zwar auch an exponierten Standorten in voller Sonne auf Berggipfeln finden, meist jedoch bevorzugt sie lichte Laubwälder im Bergland. Die Blütezeit beginnt ganz im Süden auf 430m Höhe in Alabama im Clay County (Rebecca Mountain) bereits Ende April und erreicht dann bis Mitte oder Ende Juni die höchsten beziehungsweise nördlichsten Gebiete. Interessanterweise blühen die Pflanzen im Randolph County (Tallapoosa River südlich des Wedowee-Staudammes auf nur 200m Höhe), das dem Clay County in Alabama mit seinen ganz früh blühenden Pflanzen benachbart ist, erst sehr viel später als diese (1. Hälfte Juni) und scheinen damit eine Brücke zu dem nur etwas weiter südlich verbreiteten und spät blühenden R. prunifolium zu schlagen.

Die Art ist sicher eine der schönsten Pentanthera, doch ist sie schon immer im Schatten ihrer großen Schwester, dem R. calendulaceum gestanden und zwar zu Unrecht, wie ich meine. Etwas kleinere Blüten und einen moderateren Wuchs zu haben, muss kein Nachteil sein. Oftmals blühen sie schon als sehr kleine und junge Pflanzen in allen Schattierungen von orange und rot und nur sehr selten in gelb. Die Blütenfarben sind zwar nicht so oft von Farbverläufen gekennzeichnet wie bei R. calendulaceum, trotzdem sind sie, insbesondere die zum Teil sehr kräftigen und intensiven Rottöne, wunderschön. Die Blüten haben auf dem oberen Blütenblatt manchmal einen großen, gelben Fleck, der aber häufig von der eigentlichen Blütenfarbe verdeckt wird und oft am besten bei sich frisch öffnenden Blüten zu sehen ist. Wie bei R. calendulaceum dunkeln die Blüten im Laufe der Zeit etwas nach, so dass oft verschiedenfarbige Blüten an einer Pflanze zu finden sind. Von R. cumberlandense gibt es auch Naturhybriden mit R. arborescens und R. canescens, welche die Farbpalette um viele schöne rosa, magenta und gelbe Töne erweitern.

Am schwierigsten zu unterscheiden ist R. cumberlandense von R. calendulaceum. Ersteres ist zwar im Gegensatz zu letztem nur diploid, doch kann man das ja mit bloßem Auge nicht erkennen. R. calendulaceum hat Blütenstiele und Sepalen mit Drüsenhaaren, während diese bei R. cumberlandense drüsenlos sind. Allerdings haben die Blütenröhren beider Drüsenhaare. Grundsätzlich sind die Blüten von R. cumberlandense eher etwas kleiner und blühen etwas später, wenn die Blätter schon voll entwickelt sind. Das Farbspektrum ist mehr auf der rotorangen als auf der gelborangen Seite, die winterlichen Blütenknospen sind kleiner und insgesamt sind die Pflanzen nicht so wüchsig wie R. calendulaceum.

R. cumberlandense wurde 1941 von Braun beschrieben. Sein Name bezieht sich auf die Herkunft, das Cumberland Plateau beziehungweise den Cumberland Mountain. Der in den USA gebräuchliche Trivialname ist Cumberland Azalea. Früher waren diese Pflanzen auch unter dem 1937 von Lemmon & McKay veröffentlichten Namen Azalea bakeri bekannt, der 1949 von Hume zu Rhododendron gestellt wurde. Es hat sich aber inzwischen herausgestellt, dass der hinterlegte Holotypus für Azalea bakeri ganz offenbar eine Hybride ist. Somit kann der Name nicht für die hier dargestellten Pflanzen angewendet werden. Da der nächste gültig veröffentlichte Name R. cumberlandense ist, wird heute dieser verwendet.

R. cumberlandense (AL; Clay Co.; Rebecca Mountain).

Beschreibung:

Literatur:

Bauer, R. (2017): Rhododendron in den Appalachen – Teil 3: Gregory Bald und Great Smoky Mountains. – Rhododendron und Immergrüne 23: 42-59

Braun, E. L. (1941): The Red Azalea of the Cumberlands. – Rhodora 43: 31-35

Lemmon, W. P. (1937): Notes on a Study of the Southeastern Azaleas with Description of two New Species. – Bartonia 19: 14-17

Voss, D. H. (2003): Rhododendron bakeri vs. R. cumberlandense Revisited. – JARS 57: 131-133

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