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Rhododendron carolinianum

R. carolinianum (NC; Burke Co.; Hawksbill Mountain). Hintergrund: Table Rock Mountain und Linville Gorge.

R. carolinianum ist in erster Linie in North Carolina verbreitet. Ganz im Norden seines Verbreitungsgebietes in den oft höheren, bergigen Lagen am Blue Ridge Parkway in den Bereichen um den Grandfather Mountain und die Linville Gorge sind seine Blüten meist rosa bis magenta gefärbt, seltener ganz blass rosa bis weißlich. Fährt man den Parkway weiter nach Südwesten, werden die Blüten in den Bergen blasser und es kommen immer mehr weiße Formen vor (z. B. Snooks Nose im McDowell County). In etwas tieferen Lagen (z. B. Lake Tahoma) und weiter südlich davon (z. B. Green River, Broad River) sind die Blüten nur noch mehr oder weniger weiß oder weißlich. Dies gilt auch für das gesamte restliche Verbreitungsgebiet. Südwestlich von Asheville kommt die Art am Parkway um den Mount Pisgah und am Pisgah Ridge vor. Südlich davon in tiefen Lagen überschreitet sie knapp die Grenze zu South Carolina (westl. Lake Jocassee, Caesars Head State Park, Gap Creek (Saluda Mountains), Chestnut Ridge Heritage Preserve). R. carolinianum ist also keinesfalls nur eine Art der hohen Berge. Besonders überraschend ist, wie weit sie entlang des Broad River ins Flachland vordringt. So liegt der tiefste mir und meinen Freunden aus den USA bekannte Fundort in South Carolina am Broad River auf etwa 135m (Cerokee County).

R. carolinianum gedeiht einerseits an exponierten, felsigen Bergstandorten in voller Sonne. Es bleibt hier dicht und kompakt. Andererseits wächst es auch problemlos in Hanglagen von Laubwäldern. Je nach Lichtangebot sind die Pflanzen dann nur noch locker verzweigt und bilden große Sträucher, blühen aber genauso gut wie an vollsonnigen Plätzen. Im sommerheißen Tiefland bevorzugen sie steile, gut durch Wald beschattete Abhänge in der Nähe von Flüssen. Die Blütezeit beginnt etwa Anfang / Mitte April im Tiefland und arbeitet sich dann langsam in die Berge vor, bis Anfang / Mitte Mai dann die Blüten der höchsten Lagen öffnen.

R. carolinianum wurde in der Vergangenheit von vielen Autoren mit R. minus synonymisiert. Tatsächlich handelt es sich hier aber um zwei morphologisch ähnliche Arten, deren Verbreitungsgebiete sich zum Teil überschneiden, die aber weder irgendwelche fließenden Übergänge bilden noch wegen ihrer abweichenden Blütezeiten hybridisieren. Während R. carolinianum ein von Spätfrösten gefährdeter Blüher der ersten Frühlingstage ist, blüht R. minus unter gleichen Bedingungen (!) erst 4-6 Wochen später. Die Blüten von R. carolinianum haben eine sehr einheitlich kurze Röhre, die sich vergleichsweise abrupt erweitert und dann in die recht weit und flach öffnenden Petalen übergeht. R. minus hingegen hat trompetenförmige, sich nicht abrupt, sondern gleichmäßig erweiternde Röhren, je nach Region von unterschiedlicher Länge. Faustregel: je weiter nördlich und höher, umso kürzer. R. carolinianum liebt winterkalte Gebirgsgegenden, wo es selbst in größter Höhe keine Probleme mit exponierten Standorten hat. Es gedeiht ansonsten sehr gut im Schutz von Laubwäldern und ist in sommerheißen, tiefen Lagen auf günstige Mikroklimate angewiesen (bewaldete Hänge in der Nähe von Gewässern). Im Gegensatz dazu bevorzugt R. minus wintermilde und sommerheiße Tiefländer und sucht in höheren und damit kälteren Gegenden auf jeden Fall den Schutz von lichten Wäldern. Beide Arten haben gemeinsam, dass sie keine dauerhafte Feuchtigkeit mögen und auf eine sehr gute Drainage angewiesen sind. Sie sind hervorragend für die Gartenkultur an sonst für Rhododendron zu trockenen Standorten geeignet.

R. smokianum unterscheidet sich von R. carolinianum durch Blüten, bei denen der parallelwandige Teil der Röhre nur 0-2mm beträgt, sowie durch die viel spätere Blütezeit. Während R. carolinianum immer deutlich vor Kalmia latifolia blüht, erscheinen die Blüten bei R. smokianum erst etwa 4-6 Wochen später zusammen mit oder etwas später als die der Kalmia latifolia.

R. carolinianum wurde 1912 von Rehder beschrieben. Der Name bezieht sich auf das Verbreitungsgebiet der Art in North Carolina. Die zugrunde gelegten Pflanzen waren jedoch schon viel früher bekannt: „Aus den Bergen von Carolina“ wurde 1815 von Ker Gawler R. punctatum var. β ausführlich beschrieben und als weißliche bis blassrosa Blüten tragende Pflanze abgebildet (siehe Galerie unten), jedoch nicht formell benannt. Dies hat erst Don 1834 nachgeholt, indem er sein R. punctatum var. majus Don schuf und gleichzeitig auf den Artikel und die Abbildung bei Ker Gawler verwies. Rehder synonymisierte diese beiden Namen ausdrücklich unter seinem R. carolinianum.

R. carolinianum (NC; McDowell Co.; Lake Tahoma).

Literatur:

Albach, D. C. & Bauer, R. (2021): Rhododendron smokianum, a New Species from the Great Smoky Mountains. Systematic Botany 46 (1): XXX-XXX

Miller, R. (2013): Stalking the Wild Lepidote: Rhododendron minus Reconsidered. – J. Amer. Rho. Soc. 67 (2): 63-68, 78–83

Beschreibung:

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