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Rhododendron molle

R. molle (1253; Steve Hootman s.n.; Pflanze aus dem Kunming BG (China), die ursprünglich am Wildstandort gesammelt wurde).

Ich habe R. molle nie am Wildstandort gesehen und kenne es nur aus der Kultur. Es ist unmöglich, Pflanzen mit wenigstens ungefähren Funddaten zu bekommen. So konnte ich bislang immerhin drei Klone zusammentragen, die wenigstens eine gesicherte Wildherkunft haben bzw. von denen die Herkunft aus China dokumentiert ist, wenn auch der exakte Fundort nicht bekannt ist: Akzessionsnummer 1252; Joseph Rock s.n.; SE Tibet & NW Yunnan, China Expedition 1923-1924; Herkunft RSBG 80/091. Akzessionsnummer 1253; Steve Hootman s.n.; from a plant cultivated at the Kunming BG which was collected in the wild; Herkunft RSBG 2000/203. Akzessiosnummer 1284; Cox & Hutchison 7181; Golden Temple Park, Kunming (cultivated), 15.10.1995; Herkunft Glendoick. Die Beschreibung der Art basiert hier derzeit nur auf den ersten beiden genannten Pflanzen. Die dritte hat noch nicht bei mir geblüht.

Laut Literatur findet man die Art im östlichen China unter anderem in den Provinzen Hubei, Zhejiang und Jiangxi in offenem Wald und Grasland in hügeligen bzw. bergigen Gegenden. Es wurde auch noch ein R. molle ssp. japonicum bzw. R. japonicum aus Japan beschrieben, das dem R. molle aus China sehr ähnlich ist. Neben den drei bereits erwähnten Pflanzen aus China habe ich noch 8 weitere aus Japan mit genauer Wildherkunft, von denen aber erst eine geblüht hat und die leider alle vom selben Fundort stammen, obwohl die Samen von zwei verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Zeiten gesammelt wurden. Ich stelle hier beide Taxa getrennt voneinander dar, da ich trotz oder vielleicht auch wegen der wenigen mir bekannten Exemplare einige deutliche Unterschiede sehe. So haben meine chinesischen Pflanzen alle weißlich-graue Blattunterseiten im Gegensatz zu grünen bei den japanischen. In China scheinen gelbe Blütenfarben zu dominieren, während es in Japan rote sind. In wieweit solche Unterschiede relevant sind, wird vielleicht einmal die Zukunft zeigen, wenn es gelingt, mehr gut dokumentiertes Material zu erhalten.

R. molle gedeiht bei mir im Halbschatten sehr gut, ich zweifle jedoch nicht daran, dass volle Sonne ebenso toleriert werden würde. Die schönen, großen Blüten erscheinen Ende April, Anfang Mai. Obwohl es sich hier um echte Wildpfanzen handelt, wirken diese Blüten in jeder Gartensituation wegen ihrer intensiven, ja fast aufdringlichen Farbe in Kombination mit ihrer Größe eher hybridenartig künstlich und sind nicht leicht mit anderen Azaleen- oder Rhododendronwildarten kombinierbar.

Die Art wurde 1823 von Blume als Azalea mollis beschrieben und 1834 von G. Don zu Rhododendron gestellt. Ein Synonym ist die 1824 von Loddiges beschriebene Azalea sinensis, die 1829 von Sweet zu Rhododendron gestellt wurde. Das Epithet „mollis“ bedeutet „weich“, „sanft“ oder auch „empfindlich“. Wie diese Eigenschaften zu den mir bekannten Pflanzen passen, entzieht sich meiner Kenntnis. Wer das erklären kann, darf sich gern unter info@pentanthera.de melden.

R. molle (1252; Joseph Rock s.n.; SE Tibet & NW Yunnan, China Expedition 1923-1924).

Beschreibung: Die breit aufrechten Sträucher mit diploidem Chromosomensatz erreichen Höhen bis zu etwa 2m. Sie bilden keine Ausläufer. Triebe kräftig und relativ dick mit zahlreichen Haaren. Die winterlichen Blütenknospen stehen zu 1-8 an den Triebenden. Sie sind sehr kurz behaart und mit 12-20mm Länge und 5-8mm Breite im Vergleich zu denen der meisten amerikanischen Azaleen relativ groß. Sie erinnern durch ihre Größe eher an R. luteum oder R. occidentale. Die (4,5-) 8-13 (-15)cm langen und (1,5-) 2-4 (-5)cm breiten Blätter sind meist länglich, selten eiförmig. Sie haben einen kurzen Stiel (ca. 0,5cm der Gesamtlänge), sind oberseits grün, rauh, mit einigen kurzen Haaren. Unterseits haben sie einen weißlich-grauen wachsartigen Belag und Haare nur auf den größten Adern. Aderung ober- wie unterseits gut sichtbar, Spitze stumpf bis abgerundet, Blattränder meist glatt, zum Teil auch etwas unregelmäßig verlaufend, mit kurzen Haaren. Pro Stutz öffnen sich 6-12 nicht duftende Blüten. Diese stehen auf 10-20mm langen, behaarten Stielen. Die 5 Kelchblätter sind1-2 (-5)mm lang und 1-1,5 (-2)mm breit, eng an die Röhre gepresst, dreieckig bis linealisch. Corolla mehr oder weniger trompetenförmig, mit 2-3cm langer Röhre, die erst mehr oder weniger parallelwandig ist und sich dann bauchig erweitert, nackt. Corolla 4,5-5cm lang und 5-6cm breit, goldgelb, selten rötlich überhaucht, mit meist zahlreichen, mehr oder weniger stark ausgeprägten rötlichen Flecken auf der Innenseite des oberen Blütenblattes (auch rechts und links daneben) und im Schlund. Petalen 2-3cm lang, 1,5-2,7cm breit, eiförmig – lanzettlich, seltener linealisch-lanzettlich, am Apex mit stumpfer Spitze. 5 Staubfäden, 4,5-6,5cm lang, ein wenig aus der Blüte herausragend, goldgelb. Ovar ca. 4mm lang und 3mm breit, behaart. Stempel 5,5-7cm lang, goldgelb mit grünlicher Basis, nackt, deutlich aus der Blüte herausragend. Die 18-25mm langen und 6-9mm breiten walzenförmigen Fruchtkapseln sind im basalen Drittel am breitesten und verjüngen sich leicht nach apikal. Sie sind längs deutlich gefurcht und tragen viele auffällige 2-3mm lange Haare.

Literatur:

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